Pfennig Bau
Sächsische Zeitung - 24. März 2025

So schön ist das neue Pfadfinderhaus in Meißen

Am Freitag wurde das neue Pfadfinderhaus eingeweiht. Der Bau war herausfordernd.

Die Frühlingssonne wärmt Meißen. Die Anwesenden auf dem Dach des neuen Pfadfinderheims. Ole-Per Wähling, Stammesältester der christlichen Pfadfindergruppe „Paul Richter“ Meißen und Bauherr des Hauses, steht auf einem Podest aus Paletten. Sein größter Dank gilt den Bauleuten: „Nach gut drei Jahren ist die Bude fertig.“

An der Weinberggasse, unterhalb des Franziskaneums, begann Mitte 2022 der Bau eines neuen Pfadfinderhauses. Die Planung reicht bis 2019 zurück. Der Grobentwurf für das verspielt aussehende Gebäude stammt von Jürgen Bergmann, der auch für die unkonventionellen Bauten der „geheimen Welt von Turisede“ (ehemals Kulturinsel Einsiedel) verantwortlich zeichnet.

„Wie ein Osterei von innen zu bemalen“
Die Aufgabe, diese Pläne in die Realität umzusetzen, oblag Reinhard Korpowski, dem leitenden Bauingenieur. Das Pfadfinderheim sei ein herausfordernder Bau gewesen, gibt er unumwunden zu. Man sei an die Grenze des Machbaren gelangt, sagt er, und zieht einen Vergleich: „Wie ein Osterei von innen zu bemalen.“ Aufgrund der Schwierigkeit habe man auch lange nach einer Baufirma gesucht und wurde schließlich bei Pfennig Bau aus Oschatz fündig.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Das Pfadfinderhaus zählt insgesamt drei Stockwerke. Auf ein steinernes Erdgeschoss folgen zwei Ebenen aus Holz sowie ein begehbares Dach. Die Außenanlagen beinhalten eine Rutsche, die bereits gut benutzt wird. Komplett fertig sind sie aber noch nicht, wie Bauherr Wähling einräumt. Eine Spielwiese und ein Kletterhang sollen noch hinzukommen.

„Ich hoffe, das hier überlebt mich.“
Ole-Per Wähling,
Bauherr und Stammesältester der Pfadfindergruppe „Paul Richter“ Meißen


Etwas für die Gemeinschaft hinterlassen
Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Limonade und Saft für die Kinder, Sekt und Bier für die Erwachsenen.

Das Duo Sarah und Luca covert Popsongs mit Geige und Gitarre. Gerade erklingt „Happy“ von Pharrell Williams. Das passt zur sonnigen Stimmung. Das Pfadfinderhaus soll als Treff für Kleingruppen dienen, erklärt Ole-Per Wähling seine Vorstellung für den Bau. Hier soll es Raum geben für kreative Angebote oder fürs Zelten. Wähling möchte die soziale Interaktion fördern, sagt er. Das Haus ist zwar in erster Linie für die Pfadfinder der Gruppe „Paul Richter“ Meißen gedacht. Aber auch Kinder, die beispielsweise aus den umliegenden Schulen kommen, seien eingeladen, hereinzuschauen. Das Gymnasium Franziskaneum, die Freie Werkschule und die Pestalozzi-Schule liegen im näheren Umkreis des Pfadfinderhauses.

Wählings Ziel ist es auch, mit diesem verrückten Gebäude die Pfadfinderei in Meißen zu verankern. Es sei schön, etwas zu hinterlassen, das der Gemeinschaft dient. „Ich hoffe, das hier überlebt mich“, verkündet er auf dem Dach des Hauses den Umstehenden, den Rücken zur Sonne. Daran dürften wohl die wenigsten zweifeln.

Bildunterschrift:
Das neue Pfadfinderhaus des Stammes „Paul Richter“ Meißen, von hinten gesehen. Auf dem Dach ist jede Menge Platz

Von Jakob Hammerschmidt